Das Clan-Alphabet.

Agnelli-Clan, der. Gianni Agnelli, der Gründer dieses berühmtesten italienischen Industrie-Clans, ist auch nach seinem Tod noch allgegenwärtig: Bei den Olympischen Winterspielen von Turin etwa trägt die Slalom-Piste von Sestriere seinen Namen. Kein Wunder – der Fiat-Gründer hat die Ski-Retorten-Stadt in den 1930er Jahren groß gemacht. Derzeit sind seine Enkel in den Schlagzeilen: John Elkann als große Hoffnung des Automobilkonzerns und als Kronprinz der Sippe; sein Bruder Lapo mit einer Kokainvergiftung.

Buckyballs, die. Benannt nach ihrem Erfinder, dem amerikanischen Architekten und Designer Richard Buckminster Fuller (und daher auch Fullerens genannt). Ihrer Struktur wegen erinnern die Buckyballs an genähte Lederfußbälle. Der Name bezeichnet eine spezielle Form von Kohlenstoff, deren Atom-Struktur den von Buckminster Fuller geschaffenen, legendären Kuppelbauten ähnelt: Im typischen Fall sind mindestens 60 solcher Atome in einem dreidimensionalen Netzwerk durch feine Linien miteinander verbunden. Eine solche Buckyball-Struktur ist auch dem Clan eigen: die Clan-Mitglieder sollten in unterschiedlichen Ausprägungen und Bindungsstärken dreidimensional untereinander vernetzt sein. So lassen sich einerseits Potenziale und Synergien optimal nutzen; andererseits sind dadurch aber auch Hierarchien und Organisationsformen übersichtlich aufzubauen.

Clan, der. Es gibt ihn in Denver, wo er in Öl macht. Und in Sizilien, wo er übel beleumundet ist. Ursprünglich wurde der Begriff ausschließlich für schottische Familienverbände verwendet. Ganz allgemein beschreibt er einen Nachkommenverband gemeinsamer Abstammung. In der Anthropologie werden kleinere, auf Verwandtschaft beruhende Verbände als Clan bezeichnet. Die nächstgrößeren Einheiten wären etwa der Stamm oder die Ethnie. Wir verstehen ihn hochaktuell als alternative Organisationsform in Zeiten zerbröckelnder Familien- und Wirtschaftsstrukturen: Wo die genetische Familie oft nicht mehr hält, was sie einst versprochen hat, bieten sich die geistes- oder wahlverwandten Mitglieder eines selbst geschaffenen Clans als Support Group an. Wem das Dasein in der Ich-AG zu egozentrisch, zu einsam, zu riskant ist, dem eröffnet sich mit dem Clan-Konzept ein Universum neuer Verwandtschaften.

Clan Value, der. Seit bald zwanzig Jahren verflicht Elisabeth Heller ihre leibliche Familie, ihr Unternehmen, die diversen Stränge ihres Freundeskreises und ihrer Geschäftspartnerschaften in den Heller-Clan. Die Tatsache, dass der Wert dieses Flechtwerks signifikant höher liegt, als die Summe der einzelnen Teile vermuten ließe, beschreibt sie als Clan Value. Den Clan Value erfahren die Clan-Mitglieder auf unterschiedlichen Niveaus als Bereicherung: in Form höherer Lebensqualität, durch eine erhöhte Jobsicherheit und ganz direkt als wirtschaftlichen Erfolg.

Denver Clan, der. Die US-TV-Serie hat längst Kultstatus erreicht. In 219 Episoden kämpfen die Ölfirmen Denver Carrington und Colbyco um die Vorherrschaft auf dem Markt. Dabei zeigen Blake Carrington, Krystle, Alexis & Co., wie man den Clan immer wieder hart auf die Probe stellt: Blake heiratet seine ehemalige Sekretärin, seine Tochter Fallon hat Sex in der Garage, Alexis sitzt mit einem weißen Pelz im Bett und streitet ab, dass Blake der Vater ihrer Tochter ... Wenn er das nur aushält, der Clan.

Erfolg, der. Darunter ist nicht in erster Linie die Maximierung des Gewinns zu verstehen, sondern die Verwirklichung einer Lebensidee. Das Realisieren einer eigenen Wertewelt. Ein Beispiel: Im Heller-Clan haben wir uns darauf geeinigt, dass zur Verbesserung der internen Kommunikation und auch zur Beziehungspflege gemeinsam zu Mittag gegessen wird. Heller Consult kommt selbstverständlich für die Kosten dieser Essen auf. Würde die Gewinnmaximierung als Erfolgskriterium im Vordergrund stehen, dann würde dieser Ausgabenposten schnell gestrichen. Dass es ihn immer noch gibt, verbucht die Führung des Heller-Clans in der Rubrik Erfolg.

Familienbetrieb, der. Lange Zeit in seinem Wert unterschätzt, jetzt dank zahlreicher Image-Initiativen wieder obenauf. Familienbetriebe sind im Grunde unersetzbar, denn sie beschäftigen die meisten Lehrlinge, bieten am meisten Arbeitsplätze, melden die meisten Patente an, bekommen nur wenig Subventionen. Immerhin widmen ihm inzwischen zahlreiche Forschungseinrichtungen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit, etwa das Family Business Center in St. Gallen. Und Claudia und Hans-Günther Schlembach erklären in ihrem gleichnamigen Buch fundiert, »Wie Familienunternehmen die Zukunft meistern können« (Berlin, 2004).

Feste, die. Gehören zum Clan wie das Salz zur Suppe. Ein besonders imposantes Clan-Fest ist das Panuohonot, das jährliche Schweinefestival auf Chowra auf den Nikobaren. Die abgeschiedene Inselgruppe im Indischen Ozean wurde vom Tsunami im Dezember 2004 so furchtbar getroffen, dass viele Bräuche und Kulturtechniken dem Untergang geweiht sind. Gegen dieses Vergessen kämpft der in Wien lebende indische Humanökologe Simron Jit Singh mit einem wundervollen Buch an: »Die Nikobaren. Das kulturelle Erbe nach dem Tsunami«, Wien, 2005. Singh hat als einziger Forscher auch das Schweinefestival dokumentiert: Jeder der fünf auf Chowra beheimateten Clans richtet abwechselnd einmal im Jahr das drei Wochen andauernde Fest aus. 300 Schweine werden im Lauf der Feierlichkeiten zu Tode gebracht – zu Ehren und zum Gedenken an die Vorfahren. Selbstverständlich wird rund um die Uhr getanzt, gesungen, getrunken. Nehmen Sie sich ein Beispiel.

Freund, der. Klar unterscheiden Mafia-Clans wie der von Tony Soprano zwischen Freund und Freund. Da gibt es einmal jene, die Soprano als »unsere Freunde« bezeichnen würde: Sie gehören zur Familie, zum Clan. Ganz anderes ist gemeint, wenn er jemanden als »einen Freund« vorstellt. Den kennt er, aber er bürgt nicht für ihn.

Freundin, die. Als Clan-Chefin sind Sie auf die enge Freundin angewiesen. Im Heller-Clan sind dies für mich Viktoria Kickinger und Renate Weber. Die Erste spornt mich notfalls dazu an, bei übertrieben philanthropischen Reaktionen die rosarote Brille abzunehmen. Die Zweite mildert mit feiner, sensibler Bedachtsamkeit meine oft sehr direkte Art als Clan-Chefin. Beide stärken mich also genau da, wo ich ihre Stärke brauche. Ob die Freundin auch ein Freund sein kann, liegt in Ihrem Ermessen; wichtig ist nur, dass diese Rolle ideal besetzt ist.

Gabe, die. In vielen Kulturen kommen Verträge durch den Austausch von Geschenken zustande. Diese Gaben sind theoretisch freiwillig, müssen de facto jedoch immer erwidert werden. Marcel Mauss widmet seine gleichnamige Studie aus dem Jahr 1925 vor allem der Verpflichtung, das Geschenk zu erwidern. Siehe dazu auch die Einträge unter –› Fest und –› Potlach.

Hierarchie, die. Braucht jeder Clan. Ist kulturabhängig ausgeprägt. Manchmal eher flach, etwa in den Start-up-Clans der IT-Branche. Dann wieder recht deutlich, wie in den diversen Mafia-Clans: In der japanischen Yakuza steht der Oyabun, der Vater, an der Spitze. Untergeordnet sind Kyodai, die Brüder, und Wakashu, die Kinder. Ähnlich in Amerika: An der Spitze eines Mafia-Clans gibt der Boss (in Italien: Don) den CEO; unter ihm dient der Underboss; so genannte Capos führen einzelne Crews und der Consigliere wird als enger Vertrauter der Familie bei allen heiklen Entscheidungen konsultiert. Das Top-Management des Clans wird, wie in der Politik, Administration genannt.

Irische Clann, der. In der gälischen Kultur hat das Wort Clann eine andere Bedeutung als der schottische Clan: Zugehörige dieser irischen Clanns verfolgen ihre Herkunft sowohl über die weiblichen als über die männlichen Linien. Der Clann umfasst damit also all jene, die von einem Stammvater des Clanns abstammen. Das hat zur Folge, dass ein Mensch mit mehreren Clann-Zugehörigkeiten durchs Leben geht – er gehört zu all jenen Clanns, denen sein Vater angehört. Und ebenso zu jenen der Mutter.

Jaqi, die. Volk in den Anden; lebt im Matriarchat. Der Ehepartner wird nicht Clan-Mitglied; obwohl beide Eheleute Mitglieder der Familie ihrer Kinder sind. Die Frau schuldet dem Clan ihres Mannes Arbeit und Rücksicht, denn er gab ihr ein produktives Familienmitglied, berichtet die Linguistin Martha James Hardman. Doch auch der Mann, so Hardman weiter, »schuldet (…) dem Clan seiner Frau für den Verlust eines produktiven Familienmitglieds. Beide können auf ihre Clans zurückgreifen, wenn sie Hilfe brauchen, um z.B. ein Fest zu veranstalten oder Felder zu bewirtschaften. Das Verb ›helfen‹ basiert in allen drei Jaqi-Sprachen auf dem Wort für Kamerad. Yanhshutma, das heißt ›hilf mir‹, bedeutet buchstäblich ›komm und sei mein Kamerad‹. Kameradschaft ist nichts anderes als Hilfe.« (Quelle: http://matriarchat.net)

Jobarteh. Namhafte Griot-Familie in Gambia. Die Griots, Musiker und Geschichtenerzähler, überliefern die Kultur des westafrikanischen Stammes der Mandika. Der Münchner Musiker Werner Sturm verdankt der Griot-Familie Jobarteh seine Ausbildung und seinen neuen Namen: Als Jobarteh Kunda – mit dem Clan der Jobartehs also – ziehen er und seine Musikertruppe durch die Welt. Besonders empfehlenswert ist die CD »Ali Heja«.

Kandahar. Schuhmacher-Clan aus dem Berner Oberland. Weltbekannt durch seine Après-Ski-Reißverschluss-Stiefel, die mittlerweile in eine moderne Vintage-Version (»Eine schöne Art der Fortbewegung«) weiterentwickelt wurden. Das Unternehmen wird nach den Prinzipien des Clan Value geführt, die Stiefel wurden zum Kultobjekt. Gegründet wurde das Unternehmen vor fast achtzig Jahren vom Skilehrer Fritz von Allmen, heute wird die Schuhmanufaktur Kandahar von Dieter und Konstanze von Allmen den Clan-Prinzipien entsprechend geführt. Man betont die eigene Wertewelt sowohl durch die Produkte als auch im Unternehmen. Man nimmt die soziale Verantwortung für das Umfeld und die Mitarbeiter ernst. Man pflegt enge Beziehungen auch zu ehemaligen Mitarbeitern, von denen nicht wenige wieder in den Kandahar-Clan zurückkehren.

Kreise, die. Eigentlich das Organigramm eines Clans. Im Zentrum steht die Clan-Chefin, die im ersten Kreis die engsten Clan-Mitglieder und die wichtigsten Clan-Funktionen um sich schart. Wie bei den Ringen eines Baumstamms werden die Kreise mit größerer Entfernung vom Zentrum immer heller – in der Peripherie ist der Clan weniger dicht besetzt, weil mehr Platz zur Verfügung steht.

LAN-Party, die. Das Local Area Network wird als Computer-Netz vor allem auch zum Spielen genutzt. Entstanden Mitte der 1990er Jahre, als es erstmals möglich wurde, die Mehrspieler-Technik zu nutzen, sind die LAN-Partys heute mitunter öffentliche Großveranstaltungen, bei denen mehrere tausend Teilnehmer mitspielen. Häufig spielen dabei auch Teams – so genannte Clans – gegeneinander. (Siehe auch unter –› Swiss Patriots)

M.A.C.H.T.-Protokoll, das. Analysetool von Heller Consult für die Standortbestimmung und Eignung eines Unternehmens als Clan. Ein Basisinstrument für die Navigation in Richtung Clan. Das kokette Spielen mit dem Begriff »Macht« passiert nicht willkürlich, sondern regt an, die hellen und die dunklen Seiten der Macht zu reflektieren.

Machtinsignien, die. Die schottischen Clans wussten ganz genau um die Bedeutung ihrer Burg – sie war nicht nur als Abschreckung nach außen und Wall gegen Angriffe wichtig; den Angehörigen des Clans symbolisierte sie ebenso Kraft, Stärke und Sicherheit. Auch der Tartan, die Farbkombination des Clans und das Wappen spielen eine wichtige Rolle bei der Identitätsbildung. Entsprechend muss auch heute jeder Clan-Führer darauf bedacht sein, dass er seinem Clan mit allen verfügbaren Mitteln den nötigen Rückhalt – etwas pathetischer formuliert: eine Heimat – schafft.

Neid, der. Mitleid bekommt man geschenkt, aber Neid muss man sich verdienen, hat Robert Lembke (Was bin ich? www.zit.at) gesagt. Daran sollten Sie unbedingt denken, wenn Ihr Clan der Vetternwirtschaft geziehen wird.

Offen. Wir sind offen, heißt es, wenn ein Mafia-Clan Zuwachs sucht, wenn eine Clan-Erweiterung ansteht.

Otori, Clan der. Romantrilogie aus der Abteilung Fantasy. Geschrieben von der Australierin Gillian Rubinstein alias Lian Hearn, wurde die Geschichte aus dem mythologischen Japan des 15. Jahrhunderts mittlerweile in dutzende Sprachen übersetzt. Im Deutschen sind die drei Bände unter den Titeln Der Pfad im Schnee, Der Glanz des Mondes und Das Schwert in der Stille erfolgreich. »Takeo hat schon viel mitgemacht in seinem Leben. Aus heiterem Himmel haben Angehörige des Clans der Tohan seine ...«, so viel versprechend werden die Otori-Romane (Hamburg, 2004) angepriesen.

Partner, der. Nicht nur in den Mafia-Clans werden sie Associates genannt. Hierzulande handelt es sich um Gesellschafter, Teilhaber oder einfach nur Kollegen. Ohne ihre Loyalität geht im Clan gar nichts.

Potlach, der (auch Potlatsch oder Potlatch). Bei diesen Festen verteilt der Gastgeber in der Hoffnung auf Gegengaben seine Geschenke. Weil diese in erster Linie den Reichtum des Gastgebers dokumentieren und seine soziale Stellung stärken sollen, kommt es dabei oft zu demonstrativer und scheinbar sinnloser Vernichtung von Gütern. Die Indianer-Clans im Nordwesten Amerikas haben diesbezüglich wohl am eindrucksvollsten vorgeführt, was im Umgang mit anderen wichtig ist: das Geben, das im Handelsjargon der Chinook-Indianer eben potlach heißt.

Quandts, die. Deutsche Industriellen-Dynastie; maßgeblich am Autokonzern BMW sowie am Pharma- und Chemiekonzern Altana beteiligt; »gehört zu den reichsten Clans in diesem Land« (Süddeutsche Zeitung, 16. 8. 2005).

Ringe, das Buch der fünf. Das Standardwerk zur strategischen Kriegsführung wurde von einem der berühmtesten japanischen Samurais, dem legendären Schwertkämpfer Miyamoto Musashi verfasst und wird heute auch gerne als Strategie-
Lehrbuch für Manager gelesen. Musashis Familie folgte dem Harima-Clan, er selbst kämpfte von 1615 bis 1627 auf Seiten des Ogasawara-Clans, wo er auch sein Zwei-Schwerter-
System perfektionierte: »Wahr ist, dass man alle Waffen, die man besitzt, gebrauchen sollte, statt sein Leben wegzuwerfen. Zu sterben, mit einer unbenutzten Waffe in seinem Gürtel, das wäre bedauerlich.«

Sopranos, die. Ein Boss in der Midlife-Crisis geht zum Psychiater – so schön normal kann es auch zugehen in den Mafia-Clans von New Jersey. Inzwischen hat die US-Fernsehserie eine ganze Industrie zum Nachdenken über den Clan motiviert: Kochbücher (»The Sopranos Family Cookbook«, New York 2002), Sammlungen zeitloser Weisheiten (»The Tao of Bada Bing«, New York 2003) und sogar ein halbes Dutzend Wirtschafts-Ratgeber (»Tony Soprano on Management«, New York 2004) sind im Sog des Fernseherfolgs entstanden.

Swiss Patriots, die. Zusammenschluss von Computer-Spielern, die bei Wettbewerben im Internet oder auf LAN-Partys als Gruppe teilnehmen. Die Homepage der Swiss Patriots – Clan-Page genannt – ist die Schnittstelle für alle Spieler des Clans. Das Reglement der Swiss Patriots fordert im §1 »Spaß und Zusammenleben: Es sollte jeder Spaß am Spielen haben und sich mit den übrigen Membern gut verstehen können. Bei Meinungsverschiedenheiten wird der Leader beigezogen.« Unter §3 heißt es: »Teamplay: Bei uns steht Teamplay und Zusammengehörigkeit im Vordergrund, nicht das Ergebnis des Einzelnen.« Und unter §7: »Einhalten der Regeln: Wer die Regeln nicht einhält, mehrfach bricht oder seinen Pflichten gegenüber dem Clan oder den Mitgliedern nicht nachkommt, wird ausgeschlossen. Die letzte Entscheidung hat im Streitfall der Clanleader.«

SWOT-Analyse, die. Bewährtes Analyseinstrument zur Evaluierung der Position eines Unternehmens im internen und externen Kontext. Zeigt die Stärken (Strenghts) und die Schwächen (Weaknesses) im eigenen Bereich (Strategie, Struktur, Kultur, Produkte, Mitarbeiterpotenziale, Finanzkraft, Reserven) sowie die Chancen (Opportunities) und die Bedrohungen (Threats) im äußeren Umfeld (Markt, Mitbewerber, Trends, wirtschaftliche Lage) auf. Hat nichts mit dem englischen Verb »to swot« (büffeln, pauken) oder dem Begriff »the swot« (Streber) zu tun, obwohl eine fundierte SWOT-Analyse schon einiges an Zeit und Engagement erfordert.

Taittinger. französische Champagner-Dynastie, die zu den erfolgreichsten Familienunternehmen Frankreichs zählte. »Wären die Taittingers Amerikaner, ihre Geschichte wäre womöglich längst verfilmt worden«, schrieb die Süddeutsche Zeitung über den »weitverzweigten Clan«. Und weiter: »Die Familie ist eine Art Denver-Clan aus Reims. Märchenhafter Aufstieg, sagenhafter Reichtum, schöne Frauen, politische Ambitionen, ja, Streit und Zerwürfnis – alles, was das Publikum begehrt. Und jetzt das Ende der Dynastie, das Ende eines der letzten großen Familienunternehmen Frankreichs. Die Familie hat den Ausstieg gewählt, sie will Kasse machen.« Im Sommer 2005 wurde die Groupe Taittinger vom amerikanischen Finanzinvestor Starwood Capital gekauft – das traurige, aber vermutlich ertragreiche Ende eines Clans.

Ullsteinroman, der. Von der Geschichte der deutsch-jüdischen Verlegerfamilie Ullstein hat sich Sten Nadolny zu diesem Clan-Roman inspirieren lassen. »Durchschossen hat Nadolny seine Erzählung mit biographischen Portraits der wichtigsten Protagonisten«, schildert die Süddeutsche Zeitung vom 6. 10. 2003 sein Unterfangen: »Sie schaffen Übersicht im Gestrüpp des Stammbaumes dieses äußerst kinderreichen Clans.«

Visionen, die. Wer die hat, so ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler (Franz Vranitzky), müsse zum Arzt gehen. Wahr ist vielmehr, dass ein Clan ohne Visionen wertlos ist.

Werte, die. Wer allein den Shareholder Value ehrt, ist den Clan Value nicht wert. Oder: Ohne Werte kein Clan – davon handelt dieses Buch.

Xenophilie, die. Vorliebe für Fremde, Fremdes. Im Clan eine zwiespältige, daher interessante Angelegenheit. Zum einen ist eine betont positive Grundhaltung fremden Menschen, Kulturen und Clans gegenüber eine Grundlage für das erfolgreiche Agieren des eigenen Clans. Zum anderen muss der Clan im Interesse seiner Mitglieder sich mitunter protektionistisch verhalten: Fremde – also neue Mitglieder, neue Lieferanten, neue Kunden – sollen die alteingesessenen Clan-Mitglieder, Clan-Lieferanten und Clan-Kunden im Idealfall ergänzen, aber keinesfalls verdrängen.

Yakuza, die. Japanische Version der Mafia. Gewalttätig und gefährlich, also ebenso abzulehnen wie auch die italienische und jede andere Mafia. Aber: Für Cineasten und Clan-Interessierte gibt es einen lohnenden Weg, sich den Geschichten dieser japanischen Crime-Clans zu nähern – über die Yakuza-Trilogie des Kult-Regisseurs Takeshi Kitano: »Violent Cop« (1989), »Boiling Point« (1990) und »Sonatine« (1993).

Zettelkasten, der. Gedächtnisstütze beim wissenschaftlichen, literarischen oder journalistischen Arbeiten. Dabei werden Informationen, die etwa bei der Lektüre von Büchern geerntet wurden, mit genauer Quellen- und Datumsangabe auf einen Zettel geschrieben und in einem Ordnungssystem für den künftigen Gebrauch bereitgehalten. Berühmt sind die Zettelkästen von Arno Schmidt (»Zettels Traum«, Stuttgart 1970) und Niklas Luhmann (»Kommunikation mit Zettelkästen«, Bielefeld 1992). Im Zeitalter der elektronischen Medien vernetzen die Hyperlinks ganze Wissenswelten als Zettelkasten, die im Idealfall auch noch von jedermann genutzt werden können (Wikipedia). Im vorliegenden Buch kommt der Zettelkasten als Werkzeug der Kurzweil zum Einsatz: Wer sich ablenken, weiterbilden oder einfach nur unterhalten will, liest neben dem jeweiligen Kapitel auch die zugehörigen Einträge aus dem Zettelkasten.