Im Trainingsraum.

»Sei eifrig in der Übung deines Weges.«
(Miyamoto Musashi: Das Buch der fünf Ringe)

Neue Kräfte: Ein Bauplan für den Clan.

Endlich wird in die Hände gespuckt. Sie haben sich für den Clan entschieden. Sie sehen den Clan Value am Horizont. Jetzt wollen Sie wissen, was konkret zu tun ist. Wie Sie ihn realisieren können. Sie wollen einen Bauplan, eine Anleitung. Sie wollen nun einen Schritt nach dem anderen machen, um schließlich im Clan leben und arbeiten zu können.

Nun gut. Ich habe diesen Trainingsraum übersichtlich, um nicht zu sagen: spartanisch eingerichtet. Vier Geräte stehen Ihnen hier zur Verfügung, mehr brauchen Sie nicht:
* Eine Profil-Analyse, die Ihnen zeigen soll, auf welche Persönlichkeiten Sie in Ihrem Clan setzen können.
* Ein Trockentraining, mit dem Sie Ihr eigenes Potenzial als Clan-Chef beurteilen und weiterentwickeln können.
* Ein Verhaltenstraining, das Ihnen hilft, die Werte Ihres Clans zu formulieren und ernst zu nehmen.
* Und schließlich eine kleine Anleitung zum Mentoring, die Ihnen bei der Entwicklung des Personalpotenzials im Clan helfen soll.

Die Persönlichkeiten im Clan: Vier Profile.

Sobald Sie sich daran machen, Ihr Unternehmen, Ihre Abteilung, Ihren Verein zu einem Clan umzubauen, müssen Sie wissen, mit wem Sie es dabei zu tun haben werden. Sie müssen erkunden, welche Menschen mit Ihnen an einem Strang ziehen werden. Sie wissen, dass ein ausgewogenes Verhältnis der diversen Persönlichkeitsfaktoren die Voraussetzung für das Funktionieren des Clans ist. Sie müssen sich also einen Überblick verschaffen, der Ihnen diesbezüglich Stärken und Schwächen schonungslos offen legt.
Ein Clan, in dem kein starker Alpha-Typ als Motor zur Verfügung steht, funktioniert nicht – ein informeller Führer wird rasch diese Lücke füllen wollen. Jene Menschen, die in der Gruppendynamik als Gamma-Typen beschrieben werden, sind ganz wichtig für Ihren Clan: Sie sind Ihre Mitstreiter. Um Sie bestmöglich unterstützen zu können, brauchen sie allerdings eine klare Führung – jemanden, der den Weg vorgibt, der Visionen formuliert, der Mut macht.

Wer aber zählt zu welchem Typ? Und warum verträgt Ihr Clan nicht allzu viele Omega-Typen? Ich habe hier für einen kleinen Überblick die wesentlichen Merkmale der vier Typen zusammengestellt. Schnell werden Sie sehen, wer die Alpha-, Beta-, Gamma- und Omega-Typen im Clan sind. Und wie sie – in dieser Rangdynamik – zusammenwirken.

Der Alpha-Typ geht voran. Er hat sich längst einen Ruf als Anführer erworben. Als solcher steht er gewohnheitsmäßig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Er ist für die Gruppe als Leiter verantwortlich, gibt Ziele, Normen und Orientierung vor. Er koordiniert die Clanmitglieder, hat Entscheidungskompetenz, sucht den Konsens. Er ist der geborene Motivator, Vermittler, Mutmacher und Ermahner. Wer gut beobachtet, wird erkennen, dass Alpha-Typen oft mit großen Anteilen ihres Eltern-Ichs agieren: Sie leben ihre Vater- oder Mutterrollenbilder weiter vor. Alpha bringt Persönliches in den Clan ein, seine Vorlieben und seine Abneigungen wirken ansteckend und werden häufig von den Clan-Mitgliedern übernommen.

Freilich tritt dieser Alpha-Typ nicht in ein und derselben Version auf. Mitunter ist er der Bewahrer, der in der Beschützerrolle brilliert. Oder er fällt uns als Pionier und Reformer auf. Vielleicht als Technokrat. Oder als Charismatiker.

Wie auch immer – den Führungsanspruch als Clan-Chef meldet jedenfalls ein Alpha-Typ an. (Oft, das werden wir später sehen, stehen solche Alpha-Typen im heftigen Widerstreit mit einer ausgeprägten Omega-Persönlichkeit.)

Im Führen legen diese Menschen recht unterschiedliche Stile an den Tag: Mancher kommt freundlich, warmherzig, liebevoll daher. Andere wieder herrisch dominant oder kühl distanziert.

Wir erleben den Alpha-Typ als Sonnenkönig oder – weniger strahlend – als absolutistischen Macher. Wir sehen ihn, wie er den Clan zu neuen Ufern und auf Neuland führt, wie er Wachstum und Expansionsdrang des Clans repräsentiert.

Oder sie, die Clan-Chefin, die als Alpha-Typ ihre Mitstreiter in den Bann zu ziehen weiß, aber auch Menschen, die ihr ausgesprochen skeptisch gegenüberstehen. Mit ihrer charismatischen Ausstrahlung spielt sie viele an die Wand, weiß sie zu führen, zu verführen und hat sie die Hand immer am Puls der Gruppe. Sie gibt das Tempo vor, ist mal schneller, mal langsamer.

Sie kann Interessenslagen gut orten und unterschiedlichste Wünsche zu einem gemeinsamen Wertekanon vereinen. Ihre Stärke ist die Integration von neuen Ideen in bestehende Strukturen. Dadurch entsteht auf harmonische Art und Weise etwas Neues.

Ob der Alpha-Typ nun in dieser oder jener Ausprägung daherkommt – als Clan-Chef muss er die Wertewelt des Clans überzeugend repräsentieren, und zwar nicht nur nach außen, sondern ebenso stark nach innen. Ist der Clan-Chef schwach, so findet sich in der informellen Struktur rasch ein starker Alpha-Typ, der die Leitung übernimmt.

Ganz anders der Beta-Typ: Er ist unabhängiger in seinem Streben nach Macht. Oft tritt er als Experte oder Berater auf. Im Gruppenprozess leistet er fachliche Beiträge, informiert und analysiert. Er macht Regeln und unterstützt. Meist genießt er hohes Ansehen.

Je nach Ausprägung und Machtbedürfnis führt er die Geschicke hinter den Kulissen. Eine überragende Beta-Persönlichkeit mit Anspruch auf die Alpha-Position war die »graue Eminenz« Kardinal Richelieu: ein starker Gegenpol zum französischen König, immer bereit, für den Machtgewinn unkonventionell zu taktieren. Obwohl manche ihn auch als Omega stigmatisieren.

Der »leise Weise« – eine andere Beta-Ausprägung – berät den Clan fundiert und ist altersmäßig in einer Senior Position angesiedelt, als Denker, als Erfahrener, ein Weiser eben. Er handelt nicht aus Eigennutz, sondern aus dem echten Bedürfnis, seine Erfahrung, seine Erkenntnis, seine Weisheit einzubringen.

Sehr nahe kommt ihm der Typ des Mediators. Dessen Aufgabe ist es, ähnlich einem Schiedsrichter, bei Konflikten auszugleichen und Lösungen für die Beilegung von Clan-Streitigkeiten zu finden.
Gut möglich ist auch, dass der Beta-Typ für das Wohlbefinden des Clans verantwortlich zeichnet. Er gilt als weise und ist mit einem ausgeprägten Sinn für das Heil von Körper und Seele ausgestattet. Er übernimmt häufig die Funktion des Betriebspsychologen.

In Bezug auf die Außenwelt, bei Veranstaltungen und Konferenzen kommt ihm auch als Zeremonienmeister eine bedeutsame Rolle zu. Er glänzt als Protokollchef. Vielleicht ist er ein wenig steif, dennoch kann er für das Repräsentative der Richtige sein. Er merkt sich Namen und Gesichter – betreut die Gäste also sehr individuell.

Dann der Gamma-Typ. In der Rangdynamik kommt ihm die Rolle des Mitstreiters, des Weggefährten, des Bauern zu. Er übernimmt Aufträge, folgt zuverlässig den Anleitungen seiner Vorgesetzten.
Er ist in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen hilfreich. Und tritt in unterschiedlichsten Ausprägungen auf. Frauen dieses Typs wirken oft als Clan-Glucke: Bei ihr weinen sich Clan-Mitglieder aus – in privaten wie in beruflichen Belangen. Sie hat ein offenes Ohr und oft eine gefüllte Keksdose.

Auch für das Bewahren der Clan-Geschichte ist der Gamma-Typ als Archivar oder Fotograf unentbehrlich. Er hält Ordnung und dokumentiert sorgfältig. Häufig ist er auch beta-geprägt, dann trifft man ihn zum Beispiel als kreativen Fotografen bei Clan-Festen.
Nicht wegzudenken aus der Clanstruktur – und oft eben im Mantel des Gamma-Typus unterwegs – ist der Kraftprotz: stark bis muskulös, sympathisch, allseits beliebt, auch beim Schleppen von Bierkisten oder Tischen für die Clan-Feste gern dabei.

Und schließlich der Omega-Typ. Wachstum erfährt der Clan oft erst durch die Konfrontation mit ihm. Manchmal ist er ein Außenseiter, ein Quertreiber. Häufig zeichnet er sich durch unerwartetes Kritisieren, bisweilen auch durch Nörgeln aus. Er rivalisiert, spornt an und macht ungewöhnliche Vorschläge. Er liebt die Herausforderung und delektiert sich an der Konfrontation. Ihn gibt es in verträglicheren, aber auch in weniger kompatiblen Ausführungen.

In der nicht leicht verdaulichen Variante strebt dieser Typ Wandel und Veränderung nicht durch Evolution und Weiterentwicklung an, sondern durch harte Eingriffe und Revolutionen. Er kann für den Clan sehr hilfreich sein, denn er hat die Funktion des Antreibers. Wenn er das Tempo vorgibt, zwingt er die anderen, sich mit seiner Geschwindigkeit auseinander zu setzen.

Es gibt den Omega-Typ aber auch in einer romantisch geprägten Version – jung, diskussionsfreudig, ganz Sturm und Drang. Er hält sich nicht an Normen – aber nicht so sehr aus Oppositionsgeist, sondern weil er die Wirklichkeit ein bisschen verkennt. Mitunter hat er einen ausgeprägten Hang ins Künstlerische: Er setzt Zeichen, Trends, gestaltet das Leben als kreativen Prozess und bereichert den Clan.
Wenn er allerdings als Querdenker auftritt, ist der Omega-Typ mit Vorsicht zu genießen: Er stellt die Wertewelt des Clans in Frage. Kann er dies konstruktiv vorbringen – das hängt von seiner Persönlichkeit, aber auch vom Führungsgeschick des Clan-Chefs ab –, dann ist er ein guter Herausforderer. Er treibt notwendige Veränderungsprozesse voran.

Die Gefahr, dass er Stimmung und Gefüge des Clans empfindlich stört, ist aber nicht zu unterschätzen. Dazu kommt, dass der Omega-Typus ausschließlich mit dem Alpha-Führer kommunizieren will und dabei Beta- und Gamma-Persönlichkeiten außen vor lässt. Es kann zu Wortduellen und zu einem Schlagabtausch zwischen Alpha und Omega kommen, die den Clan in Bewegung setzen. Die Konfrontation kann dennoch sehr befruchtend sein.

Nachdenklich machen muss jedenfalls jener Omega-Typ, der von der Gruppe in die Rolle des Außenseiters gedrängt wird – ein unfreiwilliger Outlaw. In so einer Konstellation ist die Clan-Hygiene kritisch zu hinterfragen.

Auf den richtigen Mix kommt es an. Ränge und Positionen innerhalb eines Clans unterliegen ebensolchen Gesetzmäßigkeiten wie in anderen kleineren und größeren Gruppen. Auch im Clan ist daher ein ausgewogenes, auf seine Weiterentwicklung anregend wirkendes Verhältnis aller Rollentypen das Ziel.

Sehen Sie den Clan als ein kybernetisches System, vergleichen Sie ihn mit einer Heizung: Der Thermostat misst die Raumtemperatur mit einem Sensor und vergleicht diesen Wert mit einem vorgegebenen Sollwert. Wenn der Ist-Wert darunter liegt, aktiviert er die Heizung, die ihm ihrerseits eine Meldung über ihren Aktivierungsstand zukommen lässt. Auf diesem Prinzip sollten Sie das Clan-Gefüge organisieren: Zu wenige Beta-Typen? Dann schauen Sie sich unter den Gamma-Typen um, vielleicht liegt dort Potenzial brach.

In diesem Sinn müssen Sie auch erkennen, dass jeder Typus im Clan eine wichtige Funktion innehat und jeder auf seine Art zur Clan-Stabilität beiträgt. Die Einteilung in Alpha-, Beta-, Gamma- und Omega-Typen ist daher kein Ranking, keine Einteilung in Gut oder Schlecht. Sie soll einfach nur helfen, das bestehende Clan-Gefüge zu erkennen und gezielt zu nutzen.

Nehmen Sie nun ein Blatt Papier und listen Sie alle Menschen auf, die in Ihrem Clan eine Rolle spielen. Dann machen Sie zwei einfache Schritte: Sie analysieren die Clan-Dynamik im Ist-
Zustand. Und Sie analysieren die Clan-Potenziale der Zukunft.
Im ersten Schritt ordnen Sie also jeder Mitarbeiterin, jedem Partner, jeder Kollegin, jedem Clan-Mitglied ein Alpha, Beta, Gamma oder Omega zu.

Sie überlegen, welche Funktion der jeweilige Mensch in dieser Clan-Ordnung einnimmt. Am Ende steht auf der Liste dann neben jedem Namen ein griechischer Buchstabe. Zusammen ergibt das ein eindrucksvolles Abbild Ihres Clans: Sie sehen, wie Sie und Ihr Clan aufgestellt sind.

Dabei ist Ausgewogenheit das oberste Ziel. Ihr Clan braucht einen, vielleicht auch zwei Alpha-Typen. Er verträgt ein oder zwei Omega-Typen. Meist ist Platz für mehrere Beta-Typen. Ganz wichtig für Ihren Clan ist eine größere Anzahl von Gamma-
Typen.

Sollte es mehr als einen Alpha-Typ geben, müssen diese wirklich gut miteinander harmonieren. Im Idealfall kennen sie einander lange und wissen, wie sie zusammenwirken.

Zu viele Omega-Typen sind ebenso riskant für den Zusammenhalt. Eine Gruppe braucht Stabilität. Sie braucht Harmonie. Nur auf dieser Basis kann sie konsequent Ziele verfolgen und Zielvorgaben erfüllen. Der Omega-Typ stört dieses Harmoniegefüge potenziell. Wenn der Clan allerdings träge ist, dann bringt er im Idealfall Schwung hinein, er spielt also den Hecht im Karpfenteich.

Zu viel von diesem Schwung verträgt der Clan aber nicht. Er wird dann danach streben, die Omegas hinauszudrängen.

Damit kommen Sie zum zweiten Schritt: Nutzen Sie die Potenziale Ihres Clans, wenn Sie Lücken oder Schwächen erkennen. Wenn die Ausgewogenheit der Typen im Clan nicht gegeben ist, arbeiten Sie sie heraus. Dafür beurteilen Sie in einer zweiten Kolonne neben jedem Namen das Clan-Potenzial der jeweiligen Person: Hat dieser Kollege vielleicht das Zeug zum Alpha-Typen? Kann jene Kollegin in eine Beta-Position aufrücken?

Es hilft Ihnen dabei, wenn Sie die Menschen besser kennen lernen. Wenn Sie genauer wissen, mit wem Sie es zu tun haben. Ein Mitarbeiter, der in Ihrem Clan-Gefüge als Alpha-Typ auftritt, bleibt nicht automatisch in jeder beliebigen Gruppenkonstellation Alpha. Es geht bei der Bestimmung des Clan-Potenzials also nicht nur um die Persönlichkeitsmerkmale bestimmter Menschen. Es geht darüber hinaus ganz wesentlich auch um deren Potenzial im Gruppenverhalten: Vielleicht hat ja der Omega-Typ, der in dieser Abteilung einen Hang zum Lästigsein hat, in einer anderen Abteilung das Potenzial zum Alpha-Typen. Vielleicht sehen Sie in jemandem, der sehr jung in Ihrem Unternehmen begonnen hat und in seiner Unauffälligkeit erst einmal als Gamma-Typ eingestuft wurde, ein Potenzial schlummern, das Sie erwecken wollen. Vielleicht könnte dieser Mensch demnächst schon eine Beta-Position einnehmen. Möglicherweise kann er sich mit Ihrer Hilfe dorthin entwickeln. Ob Sie ihn in ein Mentoring-Programm aufnehmen sollten, erfahren Sie ein paar Seiten weiter im Abschnitt »So fördern Sie den Nachwuchs«.

Das Trockentraining: Sind Sie der geborene Clan-Chef?

Wenn Sie selbst noch mit der Frage hadern, ob Sie als Clan-Chef wirklich ideal besetzt sind, dann will ich Ihnen mit diesem Abschnitt eine kleine Hilfe an die Hand geben. Wenn Sie ohnehin schon Clan-Chefin sind, dann regen Sie die folgenden Zeilen vielleicht dazu an, Ihr Potenzial noch einmal mit den Anforderungen abzugleichen. Möglicherweise entdecken Sie dabei ja die eine oder andere kleine Schwäche, an der Sie gern arbeiten würden. Und wenn Sie bis hierher gelesen haben, ohne selbst in die Rolle eines Clan-Chef schlüpfen zu wollen, dann sind Sie hier auch richtig: Hier könnten Sie herausfinden, wie der Chef tickt und warum er manchmal nicht richtig tickt.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich halte meine Leserinnen und Leser für mündige Menschen. Ich will daher niemanden mit einem Test oder einem Prüfungskatalog langweilen. Andererseits will ich Ihnen aber auch zeigen, dass ein paar simple Denkanregungen mitunter schneller zu neuen Ergebnissen führen. In diesem Sinn habe ich hier einige Kriterien aufgeschrieben, die Ihnen als Anleitung bei Selbstbeurteilung und Selbstreflexion dienen könnten.
Wenn Sie durch die folgenden Anregungen herausfinden, dass diese Eigenschaft oder jenes Persönlichkeitsmerkmal bei Ihnen besonders gut ausgeprägt ist, dann wird Ihnen das womöglich helfen, Ihre Rolle – ob als Clan-Chef oder Clan-Mitglied – besser zu erkennen.

Beantworten Sie die Fragen auf einem Blatt Papier und ergänzen Sie die Anmerkungen. Machen Sie sich allenfalls Notizen, womit Sie sich in Zukunft intensiver beschäftigen wollen. Die meisten Punkte sind als offene Fragen konzipiert, damit Sie Gelegenheit haben, alle Facetten anzusehen. Schärfen Sie also den Blick für dieses Profil.

Und noch eins: Was immer Sie hier über sich selbst lernen – lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Es geht – wie auch bei den anderen Instrumenten in diesem Trainingsraum – zuallererst ja darum, dass Sie eine möglichst realistische Einschätzung des Ist-Zustands erhalten. Auf dieser Basis können Sie anschließend einen individuellen Arbeitsplan entwickeln, der Ihnen helfen soll, die Ziele Ihres Clans auch zu verwirklichen.

Zettelkasten
Das optimierte Profil des Clan-Chefs. Eine Anleitung.
1. Emotionale Stabilität:
Sind Sie ausgeglichen oder leicht aus der Ruhe zu bringen? Wie selbstsicher sind Sie? Welche Rolle spielen Ängste in Ihrem Leben? Wie gut können Sie mit Stress umgehen?
2. Extraversion:
Wie werden Sie von anderen wahrgenommen: als begeisterungsfähig, gesprächig, abgehoben, zurückgezogen, auf den anderen zugehend, herzlich. Oder eher als schüchtern, unnahbar, distanziert? Wie fühlen Sie sich in Gesellschaft anderer?
3. Offenheit für Erfahrungen:
Wie offen sind Sie für neue Erfahrungen? Wie steht es mit Ihrer Neugier? Was bedeuten für Sie Neuerungen? Würden Sie sich als einen spielerischen, kreativen Menschen bezeichnen? Oder eher als einen nüchternen, bodenständigen?
4. Verträglichkeit:
Wie werden Sie von anderen Menschen empfunden? Eher als kooperativ, warmherzig, verständnis- und vertrauensvoll? Als verträglich, als umgänglich? Oder eher als harsch, autark, als abgehoben gar, als durchsetzungsorientiert, als kämpferisch? Womöglich sogar als martialisch und aggressiv?
5. Gewissenhaftigkeit:
Stehen Sie im Ruf, besonnen, zuverlässig, fleißig, ehrgeizig, diszipliniert, gewissenhaft und manchmal sogar ein bisschen penibel zu sein? Oder würden Ihnen andere Menschen eher eines der folgenden Attribute zuordnen: chaotisch, impulsiv, nachlässig, inkonsequent, spontan, unordentlich? Was empfinden Sie bei diesen Eigenschaften?
6. Emotionale Kompetenz:
Sind Sie intuitiv, einfühlsam, sensitiv, emotional, sensibel und empathisch? Oder eher selbstkontrolliert, emotional kühl, gleichgültig, empfindungsarm? Haben Sie Schwierigkeiten, die Gefühle anderer nachzuvollziehen, sich in andere hineinzuversetzen? Haben Sie eine »Hornhaut auf der Seele«? Was sind Ihre Erwartungen an sich selbst?
7. Vernetzungsfähigkeit:
Wie sehr mögen Sie es, mit anderen in persönlichen Kontakt zu kommen? Welche Hemmungen haben Sie bei neuen Bekanntschaften? Wann fällt es Ihnen leicht, mit unbekannten Menschen ins Gespräch zu kommen? Wie schaffen Sie es, sich mit anderen zu vernetzen?
8. Soziale Kompetenz:
Wie gerne lassen Sie andere reden und hören ihnen zu? Sind Sie ein guter und aktiver Beobachter? Wie nahe gehen Ihnen Konflikte, wie gut schaffen Sie die Balance zwischen Engagement und Abgrenzung in Streitsituationen? Können Sie Ihre Gefühle ausdrücken?
9. Arbeits- und Leistungsorientierung:
Wie wichtig sind Ihnen Leistung und Qualität? Wie groß ist Ihre Motivation, Leistungen – gar bis zur Selbstausbeutung – zu erbringen? Wie ehrgeizig und ambitioniert gehen Sie vor? Wie oft stoßen Sie an Leistungsgrenzen?
10. Führungsanspruch und Dominanz:
Wie gerne ergreifen Sie die Initiative und treffen Entscheidungen? Wie oft werden Sie als dominant, hartnäckig, bestimmend, lenkend, durchsetzungsorientiert bezeichnet? Oder agieren Sie ohnehin eher nachgiebig? Fügen Sie sich eher ein? Ordnen Sie sich unter und vermeiden Sie Auseinandersetzungen?
11. Selbstachtung:
Wie steht es um Ihre Eigenliebe? Was sind Sie sich selbst wert? Schätzen Sie Ihre eigenen Stärken als positiv ein? Wie ausgewogen ist Ihr Selbstwertgefühl? Plagen Sie mitunter Minderwertigkeitsgefühle?
12. Unternehmerische Kompetenz:
Wie stark spüren Sie in sich die »entrepreneurial flame«, die Berufung zum Unternehmer? Sind Sie risikobereit? Oder haben Sie eine geringe Veränderungsbereitschaft? Wie bereitwillig gehen Sie Risken und Gefahren ein?